Auf dem Weg

Jeden Morgen
begegnete Jesus mir.
Am Wochenende nie.

Fahrrad fuhr er — wie ich.
Unter seinem Silberbart begann das Lächeln.
In umgekehrter Richtung hatte er den gleichen Weg.
Deswegen verstanden wir uns.

Sein Lächeln fuhr leise über unsere gekreuzten Wege.
Müde und ängstlich erwiderte ich nichts.
Wagenkolonnen, die über uns fuhren, sahen uns nicht.
Das rettete uns, jedes Mal.

Ich wusste nichts — aber er.
Alt und grau das Fahrrad, die Augen jung, von gestern noch.

Auf der Arbeit stahl man alles uns.

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[Bild: Kerstin Bober]

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